Warum ich das hier baue
Pepe Ziberi
Offizier & Chef Drohnenkorps
IT · Dad · Feuerwehr
Ich bin Pepe — arbeite in der IT, bin Offizier in der Chemiewehr und Chef des Drohnenkorps, Vater und laut meiner Frau «anstrengend auf einem Level, das die Wissenschaft noch nicht erforscht hat». Nicht weil ich was Schlimmes mache. Sondern weil ich um Mitternacht im Bett liege und flüstere: «Schatz, ich hab eine Idee für eine App.» Ich höre förmlich wie sie neben mir die Augen verdreht. Im Dunkeln. Ohne ein Wort. Nur der tiefste Seufzer den ein Mensch erzeugen kann.
Mein Alltag besteht zu 40% aus IT-Tickets, 30% aus Kindergeschrei, 20% aus Drohnenflügen und 10% aus dem Versuch, meiner Frau zu erklären, warum ich schon wieder einen neuen Server brauche. «Aber Schatz, der alte hat nur 16GB RAM!» — «Dein Kind braucht Winterschuhe.» — «...der Server auch.»
Ich überwache meine Katzen per Smart-Home-Dashboard. Ja, wirklich. Ich weiss wann sie fressen, wann sie aufs Klo gehen und wie viel sie wiegen. Meine Frau sagt, unsere Katzen haben mehr Monitoring als mein Arbeitgeber. Sie hat leider recht. Leo und Mimi haben eine bessere Dateninfrastruktur als so manches Rechenzentrum. Das ist kein Witz. Das ist ein Hilferuf.
In der Chemiewehr bin ich der, der bei jeder Übung in der Ecke steht und murmelt: «Das könnte man automatisieren.» Meine Kameraden ignorieren mich mittlerweile professionell. Beim Krokieren im Einsatz wurde mir dann endgültig klar — es gibt kein vernünftiges digitales Tool für die Schweizer Feuerwehr. Keins. Null. Nada. Niente. Nichts. Nüt.
Also habe ich Lageplan gebaut.
Und jetzt kommt der Plot-Twist: Ich kann eigentlich gar nicht richtig programmieren. Ich bin ein IT-Dad der nachts um Mitternacht Apps baut — mit viel Kaffee, noch mehr Ehrgeiz und einer KI als Co-Pilot.
Aber halt — es bleibt ja nicht beim Code. Nein nein. Ich bin gleichzeitig auch der Systemadministrator, der Netzwerktechniker, der Datenbankflüsterer, der DNS-Jongleur, der SSL-Zertifikats-Erneuerer-um-3-Uhr-morgens-weil-alles-abgelaufen-ist, der Backup-Verantwortliche, der Security-Beauftragte, der Designer, der Tester, der einzige User der um 2 Uhr nachts einen Bug meldet — an sich selbst — UND der Typ der dann in den App Store geht und schreibt «Funktioniert einwandfrei, 5 Sterne».
Die IT-Abteilung bin ich. Der Support bin ich. Der Kunde der sich beschwert bin ich auch. Das Marketing-Team? Auch ich. Die Finanzabteilung? Mein Bankkonto weint leise. HR? Ich hab mir letztens selbst eine Verwarnung gegeben wegen zu vieler Überstunden. Hab sie ignoriert.
Ein-Mann-Startup ohne das Start und ohne das Up. Einfach ein Mann mit WLAN, Energy Drinks und einer bedenklichen Anzahl offener Browser-Tabs. Letzter Stand: 347. Nein, ich werde keinen davon schliessen.
Dieses Projekt entsteht in meiner Freizeit. Also in der Zeit, in der normale Menschen schlafen, Netflix schauen oder Hobbys haben, die ihre Partnerin nicht in den Wahnsinn treiben. Meine Frau hat letztens gefragt: «Wann ist das Projekt fertig?» Ich habe gelacht. Sie hat nicht gelacht. Dann hat sie den Router ausgesteckt. Härteste Verhandlungstaktik die ich je erlebt habe.
Ich stelle Lageplan allen Feuerwehren in der Schweiz kostenlos zur Verfügung — weil gute Werkzeuge allen gehören sollten. Und weil ich offenbar nicht genug Chaos in meinem Leben habe.
Falls du mich suchst: Ich bin der mit den Augenringen, dem dritten Monitor und dem Gesichtsausdruck eines Mannes, der gerade realisiert hat, dass er vergessen hat die Datenbank zu sichern.